Alexander Dinerchtein 3p mag ungewöhnliche Züge. Das mag an seiner Herkunft liegen; die sowjetische Schachschule war ja auch für ihre Schachpsychologie bekannt. Nun haben er und An Young-gil 8p insgesamt 25 dieser ungewöhnlichen Sequenzen in einem 160 Seiten starken Buch zusammengetragen.
Jedes Kapitel ist dabei so aufgebaut, daß die beiden Autoren in lockerem Ton eine Partie analysieren, in der die betreffende Sequenz vorkommt. Dabei bekommt man einen Einblick in die Denkweise von Profis und wie sie Stellungen beurteilen. Dadurch wirkt es auch weniger wie ein Textbuch als eher eine Gelegenheit, Profis beim Studium seltener Positionen zu beobachten.
Denn wirklich „neu“ sind die Züge nicht; man kann sie durchaus in Partie-Datenbanken finden, aber eben selten. In der englischen Literatur wurden diese Sequenzen aber in dieser Ausführlichkeit noch nicht gezeigt. Auch in der Übersetzung der neuen Version des „Dictionary of Basic Joseki“ werden die in „New Moves“ diskutierten Züge mit ziemlicher Sicherheit nicht gezeigt werden.
Im Laufe der Diskussionen sieht man auch die eher normalen Sequenzen, sozusagen als Kontrast, und auch da dürfte für so manchen Leser etwas Neues dabei sein.
Das gilt zwar für alle Joseki, aber gerade bei den Zügen in „New Moves“ sollte man sich im Klaren sein, bei welchen Ganzbrett-Situationen sie passend sind und bei welchen eher nicht. Es sind auch nicht alle Züge unbedingt erfolgreich, aber sie bieten dem Gegner doch einigen Spielraum, Fehler zu machen, was sie beinahe schon in den Bereich von Trickzügen rückt.
Es ist sicher interessant, diese Züge in eigenen Partien auszuprobieren, zu versuchen, den Gegner zu verwirren und für sich selbst einen Vorteil herauszuholen.
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Du kannst einige Beispielseiten ansehen.
Eckdaten
- Autoren: Alexander Dinerchtein 3p, An Young-gil 8p
- Verlag: Slate & Shell
- Erscheinungsdatum: Mai 2010
- ISBN: 978-1-932001-54
- 161 Seiten
- 18 €

Move #1: Attaching to a 4-4 stone after an approach move is pincered

Move #2: An inside cut against a 3-3 invasion

Move #3: An unusual hane against a 3-3 invasion

Move #4: A new second-line diagonal move in a 3-4 joseki

Move #6: The low san-ren-sei fuseki

Move #7: Attaching to the approach move in the Chinese fuseki

Move #8: My favorite trick play: An unexpected cut in a 3-4 joseki

Move #9: A questionable extension in a 3-4 joseki

Move #10: A komoku-based low Chinese fuseki

Move #11: Attaching to a 4-4 stone instead of a 3-3 invasion

Move #12: Jumping out from the pincer instead of the 4-4 stone

Move #13: A tricky cut in a 3-4 joseki

Move #14: An active pincer in a 3-4 joseki

Move #15: A dubious cut in a 3-4 joseki

Move #16: A new move for fighters in a 4-4 joseki

Move #17: A comparison of two pincers in a 3-4 joseki

Move #18: A new move in a common 4-4 joseki

Move #19: A new move in another 4-4 joseki

Move #20: A jump in place of an extension in a 4-4 joseki

Move #21: A surprising attachment under a third-line stone

Move #22: A rare contact play in a 3-4 joseki

Move #23: A dubious variation in the high Chinese fuseki

Move #24: A new move in the Kobayashi fuseki

Move #25: My favorite trick play in a pro game!

Dies ist kein typisches Joseki-Buch, wo von endlos vielen Joseki nur wenige Variationen gezeigt werden. Es ist vielmehr eine Auswahl von wenigen Joseki, die sehr häufig vorkommen und eigentlich zum Standard-Repertoire aller Spieler gehören. „After Joseki“ setzt dort an, wo die meisten Joseki-Bücher aufhören. Es zeigt, welche Punkte nach dem Joseki für beide Seiten vital sind, welche Schwachpunkte es noch gibt und worauf beide Seiten abzielen können. Dabei werden sehr viele Variationen gezeigt und ihr Sinn erklärt.








